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Zurück zum Ursprung…auch in China

26 Feb

…oder Wanderarbeiter wandern zurück

Wer schon länger Leser*in meines Blogs ist und mein Auslandssemester in China mitverfolgt hat, kann sich vielleicht noch an die Schuhmesse in 东莞 Dongguan erinnern, die ich besucht habe (ja, ich liebe Schuhe!!!). Dongguan ist eine Stadt gleich neben Guangzhou (Kanton) in der südöstlichen Küstenprovinz Guangdong, die oft auch als “Fabrik Chinas” bezeichnet wird. Guangdong ist wirklich eine Fabrik. Eine Fabrik, die ALLES produziert. Eine Fabrik, in der Millionen von Menschen, meist Wanderarbeiter aus dem chinesischen Landesinneren (insgesamt gibt es 145 Millionen in ganz China), arbeiten.

Und so ist auch Dongguan sozusagen eine Stadt der Wanderarbeiter. Das kann selbst die Stadtregierung  mit Stadtverschönerungsmaßnahmen wie bepflanzten Alleen nicht kaschieren. Die Teile von Dongguan, die ich damals gesehen haben, glichen einer verlassenen Geisterstadt mit riesigen Fabriken und Lagerhallen. Da und dort sah man mal einen Menschen auf der Straße (hallo wir sind in China, da sind normalerweise hunderte Leute/Autos/Tiere auf der Straße!!) und das war’s auch schon. Ziemlich trist also.

Und da kann man dann auch die 5 Prozent Wanderarbeiter verstehen, die nach ihrem Urlaub anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes in der Heimat nicht mehr nach Dongguan zurückkehren und lieber eine Arbeit in ihrer Heimatstadt suchen. Denn das geht jetzt um einiges leichter als noch vor ein paar Jahren. Wie in Chengdu (Provinz Sichuan) oder Chongqing zum Beispiel. In Chengdu (von dort kommen angeblich auch die schönsten Frauen Chinas) hat Foxconn (ja, der böse taiwanesische Apple-Zulieferer mit den unmenschlichen Arbeitsbedingungen und hohen Selbstmordraten) Ende 2010 eine Fabrik eröffnet, die noch weiter ausgebaut werden und in drei Jahren unglaubliche 500.000 Mitarbeiter  beschäftigen soll, das entspricht ca. einem Drittel der Bevölkerung Wiens. Hat die Stadtregierung in Chongqing vor ein paar Jahren noch für Jobs in den Fabriken der Küstenprovinz geworben, ergreift sie jetzt Maßnahmen, mit denen sie die Wanderarbeiter überreden will, hier zu bleiben. Gleiches gilt für die Unternehmen in dieser Gegend, auch sie werben um die Gunst lokaler Arbeitskräfte. Wie das dann aussieht, sehen wir hier:

Credit: Imaginechina via The Economist

Das “返乡民工免费乘坐车 (fanxiang mingong mianfei chengzuoche)” am roten Banner heißt meinem Chinesisch-Verständnis nach: Gratis Fahrt für zurückgekehrte Wanderarbeiter. Das hätte ich ehrlich gesagt auch gern, dass man mit einer Limo um meine Arbeitskraft buhlt xD . Aber das wird’s wohl nie spielen, denn sowas gibt es nur in China. Sehr paradox eigentlich, vor allem wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen viele Wanderarbeiter arbeiten müssen, egal ob in einer Fabrik an der Küste oder im Landesinneren. Ich kann mich noch an die Baustellenwanderarbeiter in Guangzhou erinnern, die nachts auf der Straße schlafen mussten. 

Es gibt aber auch gute Geschichten, so wie die von Zuo Qingqing, Näherin in einer Textilfirma in Dongguan. Sie hat eine geregelte Sechs-Tage Woche mit ca. acht Arbeitsstunden pro Tag, Krankenversicherung, bezahlten Überstunden und 21 Urlaubstagen im Jahr. Ob sie vielleicht bald ein besseres Jobangebot in ihrer 1500 km entfernten Heimat Xiantao (Provinz Hubei) bekommt?

Das werden wir  wohl erst nach dem nächsten chinesischen Neujahrsfest erfahren, wenn sie nicht mehr nach Dongguan zurückkehrt um unsere Markenunterwäsche zu nähen.

Quellen und weiterführende Links:

Das erste Semester an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU)

24 Feb

…oder vom Mythos der Knock-Out Prüfungen

Bild VIA

Lang lang ist’s schon wieder her, mein letzter Beitrag. Inzwischen ist einiges passiert, meine indonesische Freundin Marsella, die zurzeit in England studiert, war in den Weihnachtsferien zu Besuch, wir waren dann noch gemeinsam in Hamburg (echt schöne Stadt!); eine neue Wohnung hab ich auch schon gefunden und das Visum für C. ist auch schon fertig! Anfang März gibt’s dann das große Wiedersehen nach über 5 Monaten :-)

Aber heute will ich über etwas ganz anderes schreiben. Nämlich über die Wirtschaftsuniversität Wien. Wie vielleicht einige von euch wissen, habe ich dort im Herbst neben meinem Erststudium an der Hauptuni (Uni Wien) das Studium IBW und Chinesisch begonnen. Nun ist das erste Semester rum und ich will ein erstes Fazit ziehen über die berühmt berüchtigte STEOP (Studieneingangs- und Orientierungsphase) an der WU. Für alle Außenstehenden zur Erklärung: die STEOP ist an österreichischen Universitäten verpflichtend, zieht sich über ein bis zwei Semester und soll den Studierenden einen Einblick in das Studium sowie einen Ausblick auf das geben, was einen noch im Studium erwartet. Oder irgendwie so. In der Realität sieht das dann so aus, dass man ein oder zwei Semester lang Lehrveranstaltungen besucht, in denen man am Ende eine Prüfung machen und die positiv abschließen muss (es gibt je nach Uni zwei oder drei Prüfungsantritte), um weiterstudieren zu können. All denjenigen, die die Horrorgeschichten über die STEOP lesen wollen, empfehle ich den Artikel vom Standard: Studierende protestieren gegen Schikanen in der Eingangsphase.

Alle anderen bitte hier weiterlesen.

Die STEOP an der WU besteht aus vier Prüfungen: Mathematik, Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht I, Einführung in die Betriebswirtschaftslehre und Grundlagen der Volkswirtschaftslehre I. Die sollte man natürlich so schnell wie möglich positiv abschließen, um weitere Lehrveranstaltungen besuchen zu können. Es stehen nach Verhandlungen der ÖH WU (Österreichische Hochschülerschaft) mit den zuständigen Personen der WU seit Herbst 2011 drei Prüfungsantritte für die STEOP Lehrveranstaltungen der WU zur Verfügung.

Diese drei Prüfungsantritte braucht man meiner Meinung nach in den meisten Fällen nicht, denn die als “Knock-Out” bezeichneten Multiple-Choice Prüfungen mit angeblichen Durchfallquoten von über 50% sind gar nicht so schlimm. So gelten manche Prüfungen bereits mit Erreichen von 50% der Gesamtpunkte als bestanden, zudem gibt es Teilpunkte, sodass man z.B. für eine Frage mit drei richtigen Antwortmöglichkeiten, bei denen aber nur zwei richtige angekreuzt wurden, trotzdem Punkte erhält. Darüberhinaus bietet die ÖH WU Kurse zur Vorbereitung für die Mathematik und VWL I Prüfung an, die man (zwar gegen eine kleine Gebühr von ca. 50€) neben (besser: statt) den Vorlesungen besuchen kann und die eine wirklich effiziente Prüfungsvorbereitung darstellen (ich habe den VWL 1 Kurs besucht, war echt top!).

Und für all diejenigen, die es interessiert, eine kurze Beschreibung der STEOP Prüfungen aus meiner Sicht. Mir ging es bei meiner Prüfungsvorbereitung nicht darum, die Prüfungen nur irgendwie zu bestehen, ich wollte auch gute Noten bekommen (was sich dank der allzeit gütigen Glücksfee auch ausgegangen ist XD):

  • Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht I: ich war ein paar Mal in der Vorlesung, danach war’s mir zu langweilig. Man kann sehr gut mit dem Buch lernen, ich habe zur Prüfungsvorbereitung ca. eine Woche gelernt, davon zweieinhalb Tage sehr intensiv (sicher acht Stunden pro Tag).
  • Grundlagen der VWL I: der ÖH-Kurs ist sehr zu empfehlen! Ich habe den Kurs gemacht, war außer einmal nie in der Vorlesung und hab vor der Prüfung drei Tage intensiv gelernt. Das Buch ist…..eher wissenschaftlich und nicht leicht verständlich geschrieben, um es milde auszudrücken. Meiner Meinung nach ist es das interessanteste Fach in der STEOP.
  • Mathematik: es gibt 20 Prüfungsfragen über verschiedene Themengebiete, diese Fragen mit all ihren Variationen sind bereits bekannt, jedoch teilweise sehr umfangreich. Ich habe mich zwei Wochen gezielt vorbereitet, davon in der zweiten Woche und besonders in den letzten Tagen vor der Prüfung intensiver.
  • Einführung in die Betriebswirtschaftslehre: es empfiehlt sich, vor allem für Menschen ohne wirtschaftliche Vorkenntnisse so wie mich, die Vorlesung zu besuchen. Die Inhalte sind sehr leicht und so auch die Prüfung. Ich habe mich weniger als drei Tage lang auf die Prüfung vorbereitet.

Neben den fiesen Knock-Out Prüfungen hört man in Bezug auf die WU auch immer von der riesigen Anzahl an Studienanfänger*innen, die ganze Hörsäle stürmen. Nun ja, bis auf die Bodyguards, die in der ersten Woche des Semesters vor den Hörsälen, in denen STEOP Vorlesungen gelesen wurden, Ausweise und Anmeldungen kontrolliert haben, habe ich nicht viel davon gemerkt. Das mag aber auch an einer guten Organisation liegen. Im Vergleich zu manchen Lehrveranstaltungen an meiner anderen Uni, in denen wir teilweise nur zu sechst sind, dominieren an der WU vor allem im ersten Jahr Massenlehrveranstaltungen (aber normalerweise ohne Bodyguards). Anonymität inklusive. Das ist aber alles halb so schlimm. So hatte ich zum Beispiel noch in jeder Vorlesung einen Sitzplatz (und einen extra für meine Tasche und Jacke :D ). Die Horrorgeschichten, die man oft in den Medien hört, haben sich zumindest für mich nicht als wahr herausgestellt.

 

Links:

Neuigkeiten

24 Nov

…oder mein neues altes Leben

Lang lang ist’s her. Mein letzter Beitrag. Ja, ich weiß. Aber diese Pause habe ich gebraucht. Um mich wieder in Wien einzuleben, um mein Leben zu ordnen. Es gibt nämlich einige Neuigkeiten. Nur gute eigentlich :-) . Und die will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

1. C. kommt nach Österreich: Er kommt vermutlich in 2-3 Monaten nach Österreich, um hier zu studieren und mit mir zu leben. Das ist wohl das Größte, was je jemand für mich gemacht hat: sein Leben aufgeben, um woanders neu anzufangen, Deutsch lernen (!!), Behördenmarathons durchstehen, so viel Geld ausgeben (allein die ganzen Beglaubigungen und Übersetzungen seiner Dokumente haben schon über 800 Euro gekostet…). Es fehlt nun nur mehr das Visum, die Dokumente sind alle komplett. Ich werde vermutlich einen eigenen Beitrag über das ganze Prozedere machen, da es vielleicht jemanden in der gleichen Situation helfen könnte. Im Internet und auf den offiziellen Webseiten findet man ja nur wenig Informationen.

2. Punkt 1 impliziert Punkt 2: eine Wohnung für uns suchen. Ab Februar/März. Ich freu mich schon so sehr auf das Einrichten!! Auch wenn die Einrichtung wegen Geldmangel eher spärlich ausfallen wird :-) . Wir werden uns da also sehr auf IKEA und ähnlich billiges beschränken. Haha ich freu mich schon auf das Möbel Zusammensetzen. C. hat das noch nie gemacht, das verwöhnte Kind.

3. Ich studiere jetzt auch an der Wirtschaftsuniversität Wien, und zwar Internationale Betriebswirtschaftslehre mit Chinesisch. Das ist auch einer der Gründe, warum ich seit meinem letzten Beitrag so im Stress war. Ich will dieses Studium nämlich in 2 statt 3 Jahren abschließen, da ich die Chinesisch-Kenntnisse schon habe, aber mal sehen, ob das so klappen wird. Die WU ist ja eine der Unis in Österreich, die am stärksten vom Geldmangel betroffen ist. Wie der Uni-Alltag an der WU aussieht und wie schwierig die Eingangsprüfungen sind, werde ich in einem extra Post schreiben :-) (ich muss noch meine ersten Prüfungsergebnisse abwarten).

4. AIESEC: seit diesem Semester bin ich auch Mitglied bei AIESEC. Ja irgendwie hab ich das Gefühl, während meiner Zeit im Ausland mehr Urlaub als was für die Uni und meine Karriere gemacht zu haben, also hals ich mir jetzt dafür umso mehr auf :D . Kennt ihr das auch? Naja, AIESEC ist jedenfalls keine Sekte, sondern die größte internationale Studentenorganisation und organisiert diverse Projekte. Man lernt dort viele neue Leuten kennen, aus allen Teilen der Welt, und arbeitet in kleinen Teams.

And the list goes on…..

Studentenjob: Promotion

8 Okt

…oder wie man seine schauspielerischen Fähigkeiten und Improvisationskünste trainieren kann

Wie das nun mal so ist, kostet Reisen (auch in Asien, man glaubt es kaum) Geld und so bin ich nach vier Monaten im Ausland praktisch pleite. Ein wenig Geld muss her und das am besten so schnell wie möglich. Wie ginge das besser als bei spontanen Promotionsjobs? Promotionsagenturen und –jobs gibt es ja wie Sand am Meer (einfach mal googeln), also hab ich gestern für einen Tag lang in einem Supermarkt gestanden und Promotion für Kaffee gemacht. Dass ich absolute Nicht-Kaffeetrinkerin bin und ich mich übergeben könnte, wenn ich nur ein Schlückchen Kaffee trinken würde, hab ich bei der Bewerbung so natürlich nicht erwähnt.

Bald in der Früh ging’s schon los, der Supermarkt feierte nämlich genau an dem Tag seine offizielle Wiedereröffnung und so war ich auch nicht die einzige Promotorin im Laden. Mit mir noch eine Dame, die Werbung für Pflegeprodukte einer gewissen Marke machte, und zwei ältere deutsche Kolleginnen, die – eine als Bär verkleidet – bestimmte Baby- und Kinderprodukte bewarben. Konkurrenz war das aber keine, denn gegen gratis Kaffee und etwas Süßes dazu kann nur schwer jemand ankommen. Ernstzunehmender war da schon der Prosecco-Stand gegenüber von mir. Die haben mir tatsächlich viele potenzielle Kunden abgeluchst. Da sieht man wieder, wie salonfähig und beliebt Alkohol bei uns schon am Morgen ist. Naja.

Mein kleiner Kaffeestand mutierte jedenfalls schon früh zu einem Treffpunkt für Kaffeeklatsch und Hausfrauengespräche à la “Hast du schon gesehen, das Klopapier ist hier im Angebot, echt billig!” und “Mein Sohn ist jetzt in der Phase, wo er sich nicht waschen will…”. Fragt mich alles, ich kenne jetzt alle Gerüchte, Neuigkeiten und Familienproblemchen aus dieser Umgebung.

Und kennen tu ich jetzt auch die komplette Geschichte und das Sortiment dieses Ladens, vor allem wo das günstige Klopapier steht, nach dem jeder zweite mich gefragt hat.

Die Zeit verging irgendwie und ich wurde auch immer besser im Erklären der Kaffeesorte, seines Geschmacks und diverser Aktionspreise im Laden. Wie kreativ man da werden kann beim Beschreiben von Kaffee (sogar wenn man keinen Kaffee trinkt)! Hahaha wenn die wüssten :D . Manche Kunden kamen dann auch irgendwie immer wieder. Ein Mann hatte drei Becher Kaffee, weil “er ja soo unglaublich gut schmeckt”….ja eh schon wissen, wenn’s irgendwo was gratis gibt ;P .

Vor 18 Uhr verlangsamte sich der Zeiger auf der Uhr dann zusehends. Die Stunden zogen sich und wurden nur durch amüsante Momente mit dem Promotionsbären unterbrochen. Haha wie große Angst die Kinder (Kleinkinder und Zielgruppe des Produktes) vor dem hatten. Da würd ich auch mal meine Marketingstrategie überdenken, wenn sich 80% der Zielgruppe vor dem Bären fürchtet.

Um halb sieben war dann endlich Schluss und ich machte mich endlich auf den wohlverdienten Heimweg. Und in meiner Vorfreude auf Zuhause und auf das heiße Bad, das ich dann nehmen würde, hab ich glatt auf das günstige Klopapier vergessen. Ich wollte das nämlich auch noch kaufen. Es war wirklich billig! :D

Hilfe, ich geh nach China! Teil 2

5 Okt

…oder Tipps für ein Auslandsstudium in China Teil 2 (H-N)

Hallo meine Lieben, heute gibt’s den zweiten Teil zur Serie „Hilfe, ich geh nach China“ mit Tipps für euer Auslandsstudium/-praktikum in China, diesmal von H bis N. Ich hoff, ihr könnt damit was anfangen :-) .

Ich hab mich mittlerweile schon wieder voll eingelebt hier zuhause und kann’s sogar nicht mehr erwarten, dass die Uni endlich wieder anfängt (ich bin zurzeit echt motiviert…aber mal sehen, wie lang das anhält). Nächste Woche ist es dann eh soweit.

Also hier meine Tipps für ein Auslandsstudium in China von H-N:

Handeln (im Sinne von Feilschen)

Falls ihr noch nicht gut im Preise verhandeln seid, kein Problem. In China werdet ihr genug Möglichkeiten zum Üben haben, denn man verhandelt hier sehr oft über den Preis. Ob am Gemüsemarkt, bei der Miete, im kleinen Supermarkt nebenan, beim Schneider, im Taxi oder am riesigen Fake-Markt in Shanghai – oft kann man den Preis um die Hälfte oder sogar noch mehr drücken. Einfach hartnäckig bleiben, aber bietet keinen zu niedrigen, „lächerlichen“ Preis an – womöglich fühlen sich die Händler dann beleidigt. Und handelt nicht, wenn ihr das Ding sowieso nicht kaufen wollt – das ist unhöflich.

Internet

Die meisten von euch wissen vermutlich schon, dass es nicht nur eine Great Wall of China gibt, sondern auch eine Great Firewall of China. Das heißt so viel wie: in China gibt es eine Internetzensur und man kann viele Webseiten (u.a. Facebook, Youtube, Twitter,…) nicht öffnen. Aber keine Angst, ihr müsst deswegen keinen Facebook-Tod sterben, es gibt nämlich Mittel und Wege, wie man diese Great Firewall umgehen kann. Das hat in China sogar mein 17-jähriger Gastbruder gewusst, der keinen Computer hatte. Am einfachsten ist es meiner Meinung nach über einen VPN-Server. Vielleicht hat eure Uni sowas. Ansonsten gibt es auch diverse Programme, am besten googelt ihr danach.

Kleidergrößen

Ich sag’s gleich vorweg: Kleidung in „großen“ Größen in China zu finden ist nicht unmöglich, aber sehr, sehr schwierig. Ich hab zwar den Vorteil, dass ich einer chinesischen Normalgröße entspreche, aber ich hatte in China genügend „große“ Freunde, denen es anders ging. Besonders Hosen, die in der Länge passen, sind schwer zu finden. Also nehmt am besten selbst ein paar mit. Es gibt zu den normalen Geschäften aber auch zwei Alternativen, die euch im kleidungstechnischen Notfall eventuell weiterhelfen können: 1. Online-Shopping (mehr dazu unter „O“) und 2. Sich Kleidung schneidern lassen (mehr dazu unter „Schneider“).

Massage

Dass man sich in China so manches mehr leisten kann als zuhause, ist wohl vielen bekannt. Dazu zählen auch Massagen. Ob Fuß-, Hand-, Nacken-, Kopf- oder gleich eine Ganzkörpermassage (oder für die Männer gar eine Massage mit Happy Ending), das Angebot ist vielfältig und die Preise sind es auch. Ich hab meist so zwischen fünf und zehn Euro pro Stunde bezahlt und war immer ganz zufrieden. Ein kleiner Tipp von mir: wenn ihr Chinesisch sprecht, dann tut so, als ob ihr nichts verstehen würdet. Ansonsten folgen tausende Fragen und Statements à la „Wo kommst du her“, „Was machst du in China“, „Du bist soo hübsch“, „Ich mag deine Nase“, und so weiter…kann ziemlich nervig sein! Genaueres könnt ihr in diesem Post (meine erste Massage in China) lesen.

Mode

Modetechnisch findet ihr in China natürlich alles: von sauteuer bis spotbillig, Ware von guter sowie von schlechter Qualität. In den großen Städten wie Shanghai, Peking, Guangzhou und mittlerweile auch schon in vielen anderen Städten trefft ihr natürlich auch auf die alten Bekannten H&M, Zara und Co. Nur meist ein wenig teurer als bei uns. Klingt paradox, da ein Großteil der Ware ja in China produziert wird, ist aber so. Für dieses Phänomen gibt es auch unterschiedliche Erklärungen, bei Zara wird angeblich nach der Produktion die gesamte Ware nach Spanien zum Konzern geschickt um überprüft und etikettiert zu werden, um dann wieder zurück in die verschiedenen Länder geschickt zu werden. Eine andere Theorie besagt, dass sich diese Bekleidungsunternehmen in China (und Restasien) einfach anders positionieren wollen, da es schon so viele billige Bekleidungsgeschäfte gibt. Wie dem auch sei, man muss ja in China nicht unbedingt dort einkaufen. Es gibt auch viele kleine, liebevoll gestaltete Boutiquen, die wie Unkraut aus dem Boden sprießen, und auch schöne Kleidungsstücke (für Damen und Herren) zu akzeptierbaren Preisen verkaufen. Oberstes Gebot: Auf die Qualität achten! Und oft kann man in solchen Geschäften auch über den Preis verhandeln.

Nebenjob

Ich habe in Xiamen ein paar Leute kennengelernt, die neben der Uni gearbeitet haben. Fragt mich nicht, wie das rechtlich aussieht, ich habe die böse Vermutung, dass man mit einem Studentenvisum eigentlich nicht arbeiten dürfte. Viele machen’s trotzdem und arbeiten z.B. als Nachhilfelehrer/in für Englisch (oder andere Sprachen). Dazu muss man nicht unbedingt native speaker sein, es reichen westliches Aussehen und (sehr) gute Englischkenntnisse. Die Bezahlung ist auch nicht schlecht, hab ich mir sagen lassen. Ein Vorteil von dem Ganzen ist natürlich, dass man sich etwas dazu verdienen kann und Kontakte zu Einheimischen knüpft. Und man muss auch keine perfekten Chinesischkenntnisse haben, sowie sie für andere Jobs verlangt werden.

Neujahrsfest, chinesisches

Was für uns Weihnachten und Silvester ist, ist für die Chinesen das Neujahrsfest, das meist im Januar/Februar stattfindet. Leider war ich zum Zeitpunkt des Neujahrsfestes noch nie in China, aber ich hab mir sagen lassen, dass, wenn man nicht irgendwohin auf Reisen fährt oder mit einer chinesischen Familie oder Freunden feiert, das ziemlich langweilig und öde werden kann. Die Geschäfte und viele Restaurants sind tagelang geschlossen, weil ihre Besitzer und Mitarbeiter den Weg nach Hause antreten um mit ihren Familien zu feiern. Also vorher ein wenig Vorrat einkaufen, wenn ihr nicht verhungern wollt. Am besten ihr geht auf Reisen und schaut euch China oder andere asiatische Länder an, zum Neujahrsfest sind eh gerade Semesterferien.

Nightlife

Meiner Meinung nach kann das chinesische Nightlife auf alle Fälle mit dem europäischen mithalten. Oder ist teilweise sogar besser und spannender. Aber das ist nur meine Meinung und ich bin in einer Provinzstadt aufgewachsen, in der man nur die Wahl zwischen Proleten- und Snobclubs hat, also ich bin schnell mal begeistert. Denkt nicht, dass Getränke in chinesischen Clubs viel billiger sind als bei uns! Es kommt auf den Club drauf an, aber oft sind die Preise gleich oder unterscheiden sich nur ein wenig. Als „westlich aussehende“ Frau bzw. auch als Mann hat man den „Vorteil“, dass man schnell von jemanden auf ein Getränk eingeladen wird. Die „Einlader“ sind aber in den meisten Fällen sehr – ich nenn das jetzt mal – anhänglich und lassen sich nur schwer wieder abschütteln. Also überlegt euch das lieber zweimal. Meinen Post mit genaueren Ausführungen zum chinesischen Nightlife findet ihr hier.

To be continued…