Le métro II

27 Mrz

…oder Pariser Morgensport Teil II

So, man befindet sich nun eingequetscht zwischen den verschlafenen und mürrischen Parisern im U-Bahn Wagon. Für drei Stationen heißt’s durchhalten und hoffen, dass die Leute, die sich davor am Haltegriff angehalten haben, keine übertragbaren Krankheiten hatten und sich regelmäßig die Hände waschen.

Aufkleber im U-Bahn Wagon

Endlich in der Station angekommen beginnt die zweite schwierige Phase: Umsteigen. Man kämpft sich durch die Menschenmassen zur Rolltreppe, fährt hoch, holt noch einmal tief Luft und startet los. Hindernisparcours 2.0. Im Laufschritt weicht man allem Entgegenkommenden aus. Großen Menschen, kleinen, dünnen, dicken, Menschen mit Koffern, Kinderwagen, Taschen, dem halben Zuhause. Ich muss sagen, seit ich in Paris bin, hat sich meine Reaktionsfähigkeit stark verbessert.

Man läuft durch die Station zum gesuchten Bahnsteig (man läuft wirklich, alle Leute laufen da, das ist echt ansteckend!), was einer Strecke von einem halben Kilometer entspricht. Die Durchsage warnt auf Französisch, Englisch und Deutsch vor Taschendieben. Ich mag die Durchsagen in den Pariser U-Bahn Stationen. Die sind nämlich manchmal auf Französisch, Englisch, Deutsch und dann auch wieder auf Französisch, Englisch, Spanisch oder Italienisch, kürzlich hab ich eine auf Französisch, Englisch, Spanisch, Deutsch und Japanisch gehört hehe :D . Französisches System eben, hat den Vorteil, dass es immer Abwechslung gibt.

Das vorige sich-in-den-Zug-quetschen Szenario wiederholt sich nun. Mit dem Unterschied, dass jetzt noch viel mehr los ist. Da kann es schon einmal vorkommen, dass man auf den 4. Zug warten muss und selbst da unzähligen Leuten auf die Füße treten und sich vordrängen muss um noch reinzukommen. Nur der Stärkere äh Rücksichtslosere überlebt. Aber das hab ich schon in China gelernt.

Noch 5 Stationen. Neben mir Partymusik. Unechter Pariser, weil gewöhnliche Ohrstöpsel statt stylische Kopfhörer. Hat den Nachteil, dass alle Leute mithören können. Vor mir ein Mädchen, das SMS schreibt. Beziehungsdrama-SMS. Dank vollgestopftem Zug kann ich alles lesen. Hat den Vorteil, dass ich mein Französisch (meinen Pariser Slang hehe xD) verbessern kann. Falls das mal was werden sollte mit einem französischen Freund, weiß ich jetzt, wie ich szenenreich auf Französisch Schluss machen kann. Noch 3 Stationen. Chinesische Touristen haben wieder einmal keine Ahnung, wo sie aussteigen müssen. Wieso ist das so typisch? Okay, vielleicht bilde ich mir das ein. Wenn die wüssten, dass ich die verstehen kann hihi :D . Noch zwei Stationen. Ich denke ans Wochenende, an den Frühling, an meine Pläne für die nächsten Tage, Wochen, Monate. Was soll ich morgen anziehen? Hmm….ich brauche neue Schuhe…..Oh ich muss heute mal wieder meine Eltern anrufen. Und meine Hausaufgaben für morgen machen. Welchen Kurs hab ich jetzt eigentlich? Noch eine Staaaaaa…………oh nein. Ich bin zu weit gefahren :/  Nein, nicht schon wieder. Wieso passiert mir das dauernd?

Das Ganze endet damit, dass ich dann zur Uni laufen muss und keuchend in den Klassenraum stolpere. So sieht mein typischer Morgen aus. Ganz lustig eigentlich. Und einen großen Vorteil hat das Alles auch noch: ich muss hier keinen Sport machen. Mit U-Bahn fahren hält man sich in Paris fit genug :-) .

No comments yet

Leave a Reply